Sonntag, 13. Mai 2018

Rückblick #ftoj18 plus #rp18

In den vergangenen Wochen war ich Gast auf dem Frankfurter Tag des Online-Journalismus (#ftoj18) und der re:publica in Berlin (#rp18). Zwei sehr unterschiedliche Veranstaltung, die sich beide mit "Digitalisierung" beschäftigten. Mir sind nach einigen Tagen Abstand noch zwei prägende Vorträge nachhaltig in Erinnerung geblieben, die ich zum Anschauen empfehlen möchte.


#ftoj18

Dominik Born hat sich selbst zum "Projekt-Ninja" gemacht, der als Rebell im Untergrund das eigene Haus (den SRF in der Schweiz) verändert. Sein Vortrag mündete in die Frage: "Willst du ein Gremium, oder willst du ein Projekt?" Ich habe gemerkt, dass es ein ausgeprägtes Immunsystem bei jede/r benötigt, um sich gegen eine Transformation zum "Innovations-Zombie" in ihrer/seiner Firma zu schützen. Denn die Firma kann sich gegen Innovation mit allem wehren, was sie hat...




Alle Vorträge des #ftoj18 sind hier abrufbar.


#rp18

Die Stimmung auf der re:publica war für mich geprägt aus Ohnmacht gegenüber KI, Shitstorms und der Bundeswehr. Eventuell hatte ich auch die positiv geprägten Vorträge im sehr reichhaltigen Programm übersehen? Stellvertretend für die Ohnmacht möchte ich den Vortrag von Richard Gutjahr empfehlen, der in die Fänge von Verschwörungstheoretiker geriet. Eine Wende seiner Geschichte war die Erkenntnis, dass er es nicht alleine gegen diese laute Masse im Internet aufnehmen konnte. Er suchte sich Hilfe und fand u.a. einen Menschen mit ähnlichen Erfahrungen und bildet mit ihm eine Art "Selbsthilfegruppe".

P.S. Final noch eine Leseempfehlung: Richard David Precht mit seinem neuen Buch Jäger, Hirten, Kritiker - Eine Utopie für die digitale Gesellschaft. Er zeichnet sehr nüchtern ein positives Bild von dem, was die "Digitalisierung" mit uns machen könnte und welche Gestaltungsspielräume wir als Gesellschaft (noch) haben.

Dienstag, 27. Februar 2018

VR Business Club in Frankfurt bei der DB Systel GmbH

Am vergangenen Montag (25.2.) durfte ich auf Einladung (Tausend Dank nochmal!) am VR Business Club in Frankfurt teilnehmen. Beim "VR Business Club" handelt es sich um ein geschäftliches Netzwerk für Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Mixed Reality (MR). Diesmal traf man sich auf dem Skydeck - der Innovationsschmiede der Deutschen Bahn - mit Blick auf die Frankfurter Skyline:

Ein Beitrag geteilt von Ulli Naefken (@ullosch) am

Als Einstieg präsentierten Mitarbeitende von der Deutschen Bahn u.a. eine VR-Lernanwendung, mit der das ICE-Bordpersonal Handlungssicherheit in der Bedienung der neuen Einstieghilfe für Rollstuhlfahrer am ICE 4 gewinnen kann. Hintergrund ist, dass zum Einüben der Handlungsschritte für das Bordpersonal kein nagelneuer ICE 4 zur Verfügung stehen kann. Durch die eingeschränkte Verfügbarkeit und bei sicherheitskritischen Lerninhalten setzt die Deutsche Bahn nun vermehrt auf VR-Training:


VR-Lernanwendung "Einstiegshilfe für Rollstuhlfahrer am ICE 4"

Im Anschluss an die Präsentation der DB-Aktivitäten kam DIE Frage aus der Runde inklusive kollektivem Kichern unter allen Anwesenden: "Wie habt ihr die DB-Gremien von euern Ideen überzeugt?" Die Antwort führte uns in die Strukturtiefen des Deutsche-Bahn-Konzerns (und ich dachte immer bei der Evangelischen Kirche gibt es die meisten Gremien...) und eine schlichte Lösung: "Ich habe Vertreter/innen von allen Gremien einzeln in mein Büro eingeladen und die Ideen face-to-face präsentiert." So konnte der Idee-Vorstellende auf direkte Kritik sofort reagieren und Bedenken aufnehmen, die die Idee reifen ließen. Bei aller Technik scheint die persönliche Begegnung weiter nötig. Das macht mir Mut für alles, was in dem Bereich VR, AR oder MR (noch) kommen mag.