Freitag, 18. Februar 2011

Digitales Mobbing via "Cut & Paste"

Es ist nicht in Ordnung, Quellenangaben in Diplom-, Doktor- oder Hausarbeiten zu vergessen und so die Gedanken Anderer als seine eigenen erscheinen zu lassen. Wer dies macht, muss mit Konsequenzen rechnen - ausgehend von der dafür zuständigen Instanz und nicht von uns Allen via Social Media.

Es ist nicht in Ordnung, moralische Vorverurteilungen, emotionale Häme, angeblich mehrheitsfähige Diskrimierungen - analog oder digital - per "Cut & Paste" zu kommunizieren. Dies geschieht u.a. am heutigen Tag und stimmt mich sehr nachdenklich. Ich werde mich an diesem "Digitalen Mobbing" nicht beteiligen!

Jeder Mensch ist verantwortlich für seine Taten - egal, ob es sich um gute oder schlechte Taten handelt. Sicher ist: Er/ Sie bleibt immer noch ein Mensch. Die Tat zu kritisieren bzw. rechtlich zu bewerten, ist u.a. die Aufgabe einer aufgeweckten Demkoratie inkl. Rechtsstaat und Meinungsfreiheit. Allerdings: Über den Menschen schlecht zu reden, ist sehr sehr schädlich für das gesellschaftliche Miteinander.

„Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ Die Goldene Regel sollte vor allem im Social Web gelten. Denn: Dass wir Menschen Fehler machen, gehört zu unserer Natur. Toleranz und Respekt gegenüber unserer Mitmenschen kann helfen, damit wir trotz unser eigenen Fehler, ein angenehmes Miteinander hier auf Erden gemeinsam gestalten.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Was haben Romane der Weltliteratur und amerikanische TV-Serien gemeinsam?

Ich als bekennender Fernsehserien-Junkie habe lange mit mir gerungen wie sich der Trend der erhöhten DVD-Verkäufe von Serienboxen und meine Sehgewohnheit "Staffeln am Stück" zu schauen, erklären lässt.

Das Medium Roman erfährt mit den amerikanischen Autorenserien eine Renessaince: Was früher der Niedergang der Familie Buddenbrook in gedruckter Form war, ist heute der Niedergang der Familie Soprano in Form von "Bewegten Bildern".

Dabei wird die Erzählzeit bzw. die erzählte Zeit staffelweise gedehnt und episch vor uns Zuschauern ausgebreitet. Somit sind die Showrunner der seriellen Kulturgüter die Thomas Manns der Gegenwart.

Wie bei einem guten Roman müssen wir in jeder freien Minute weiter schauen, da uns die Personen und die Handlung in den Bann zieht - dies kann uns auch bei einem packenden Roman passieren.

Die Mediennutzung von Büchern wird somit nicht nur von uns Zuschauern der amerikanischen Autorenserien imitiert - nein auch die Produzenten und Autoren lassen Buchtitel in ihre Werke mit einfließen. Ob in Gilmore Girls, Lost, One Tree Hill oder anderen amerikanischen Serien sind viele Bücher Teil der Requisiten oder werden von den Charakteren zitiert.

Gesucht werden nun - auch in Deutschland - Autorinnen und Autoren, die epische Erzählungen in das Konzept einer TV-Serie übersetzen können. Über den Verkauf der DVD-Boxen oder der legale Download via Web kann schließlich eine attraktive Finanzierungsquelle erschlossen werden.

Dienstag, 15. Februar 2011

Das System Mubarak - typisch Afrika

Beim Verstehenwollen von Afrika und seinen politischen Systemen bin ich auf ein Buch gestoßen, das von Volker Seitz, einem ehemaligen deutschen Botschafter, verfasst wurde. Als Afrika-Insider berichtet er über traurige politische Gemeinsamkeiten auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. Das System Mubarak ist kein Einzelfall, sondern - leider - die Regel. Anbei einige Fragmente aus dem Buch "Afrika wird armregiert - oder Wie man Afrika wirklich helfen kann":

  1. Zahlreiche Staaten in Afrika werden seit der Unabhängigkeit von Oligarchie regiert, die den Reichtum des Landes ungestört unter sich aufteilt. Für zahlreiche Führer in Afrika ist ein politisches Grundmuster erkennbar: Die Chefs isolieren sich vom Volk und agieren in einer mehr oder weniger imaginären Welt eigener Schöpfung. Sie sind argwöhnisch und haben eine Form der Herrschaft entwickelt, die sich auf nur dem Machthaber persönlich verantwortliches Militär- und Verwaltungspersonal stützt."
  2. Es darf nicht so bleiben, wie es Dominic Johnson, der Afrika-Redakteur der "taz" 2007 beschrieb: "In keinem Land der Region hat die aufstrebende junge Generation einen zufriedenstellenden Platz im politischen System gefunden. Vielmehr hat sie vielerorts den Eindruck, eine alte Generation verscherbele den nationalen Reicht, um sich selbst zu retten."
  3. Die größte Herausforderung in den kommenden Jahren wird sein, die Entwicklungshilfe - dort wo notwendig und sinnvoll - so zu gestalten, dass nicht Gewinnmaximierung für wenige, sondern soziale Gerechtigkeit für alle das Ziel ist. "Diktatoren sollte der Geldhahn zugedreht werden", so Prinz Asfa-Wossem Asservate, Großneffe des letzten Kaisers von Äthiopien.
  4. Es gibt eine US-Studie über den Zusammenhang von Falschparken und Korruption in New York. Die deistesten Parksünder mit diplomatischer Immunität stammen aus Ländern, in denen die Korruption besonders groß ist. US-Forscher erklärten sie so: "Der Akt des Falschparkens passt genau zur Standarddefinition der Korruption, dem Missbrauch von anvertrauter Macht für private Zwecke."
  5. Statt die Ärmel hochzukrempeln, um aufzuholen, stilisieren sich die afrikanischen Führer als Opfer des Kolonialismus, Rassismus, der Globalisierung. So können die Schuldgefühle der Weißen manipulieren und Zuwendungen und Vorteile herausschlagen.
Im Buch sind noch viel mehr Fakten zur politischen Realität aufgeführt inkl. ein paar wenige Positivbeispiele. Afrika - was wird wohl aus dir?

Montag, 14. Februar 2011

1935 - als der Flyer noch ein Flugblatt war

"Heute wird mehr gedruckt und veröffentlicht als je zuvor und jeder, der eine Anzeige, ein Flugblatt oder ein Buch veröffentlicht, will, dass sein Material gelesen wird. Nicht nur die Verlage, sondern auch die Leser möchten, dass Wichtiges klar gestaltet wird. Sie werden nichts lesen, was unbequem zu lesen ist, sich aber an allem erfreuen, was klar und gut gegliedert wirkt. Aus diesem Grund muss sich der wichtige Teil hervorheben und der unwichtige muss in den Hintergrund treten.

Die Technik der modernen Typografie muss sich auch an die Geschwindigkeit unserer Zeit anpassen. Heute können wir nicht mehr so viel Zeit mit einem Briefkopf verbringen, wie es noch in den Neunzigern möglich war."

Jan Tschichold (1935)

Sonntag, 6. Februar 2011

Neues Schulfach: "Filterkompetenz"

Auf dem Weg zu einem zweiten Zeitalter der Aufklärung bin ich heute auf das Etappenziel "Filterkompetenz" gestoßen. Was verbirgt sich dahinter und warum sollte dies ein neues Schulfach werden?

Es gibt in unserem Alltag, in der Natur, in unserer Nachbarschaft oder in fernen Ländern so viele innovative Ideen zu entdecken und so viele interessante Menschen kennen zu lernen. Leider übersehen wir oftmals diese Chancen oder ignorieren diese Menschen. Warum ist das so?

Unsere heutige (westliche) Kultur ist geprägt von Filtern, die uns das eigenständige Denken und Suchen abnehmen. Outsourcing! Google gehört dazu, das Navi im Auto, aber auch eine Tageszeitung, die uns vorgefilterte Artikel, die uns evtl. interessieren könnten, ins Haus transportiert. Auch twitter und facebook haben eine Filterfunktion - unsere Freunde und Follower. Das wahrhaftig Unerwartete begegnet uns nur noch sehr selten.

Was würde passieren, wenn keine dieser Filter existieren würden? Wir würden mentales Neuland betreten. Wir würden verstehen wollen und unseren eigenen Geist anstrengen. Wir würden innerhalb von gedanklichen Expeditionen auf neue Ideen stoßen und unserer (westlichen) Kultur neue Impulse geben. Wir würden uns Lebensgeschichten von Menschen aus der Nachbarschaft oder von weit weit weg anhören und andere Meinungen tolerieren.

Und warum "Filterkompetenz" als Schulfach? Die Schulen und Universitäten sind die Foren, in denen dieser neue Geist nicht nur gelehrt, sondern praktische Anwendung finden könnte. Hier könnten wir in allen Fächern das Neue entdecken, anstatt das Alte auswendig zu lernen.

Ziel einer Jeden und eines Jeden von uns sollte sein, ihre/ seine eigene "Filterkompetenz" zu entwickeln, sich auf Neues einlassen - ungefiltert, lediglich reflektiert mit ihrem/ seinem eigenen Geist! Die Belohnung liegt in den gewonnen neuen Erkenntnissen, einem neuen Freund oder einer Idee.

P.S. Ich bin ein Fan von TED - auch ein Filter, aber ein tolles Forum!

Donnerstag, 3. Februar 2011

Neue Mediensymbiose durch Ägypten?

Das Regime in Ägypten versucht laut Hr. Ossenberg (ZDF) die klassischen Medien vor dem fernzuhalten, was Morgen nach dem Freitagsgebet evtl. geschehen könnte?!? Nun werden Blogger & Co. unsere einzige Vor-Ort-Berichterstattung sein. Der klassische Journalismus ist nun auf diesen Web-Nachwuchs-light-Journalimus angewiesen.

Den ganzen heutigen TV-Abend, ob in den tagesthemen (Interview mit einem Blogger via Skype) oder ZDF spezial (twitter-Nachrichten füllen Sendezeit), wird im TV diese neue Symbiose eingeübt. Oft interviewt via Telefon oder Kamera wurde die vergangenen Tagen auch Richard Gutjahr, der spontan nach Kairo geflogen ist, um vor Ort Eindrücke zu sammeln und via Web 2.0 mit uns zu teilen. Danke für die ganze Arbeit!

Und es wird weitergehen - somit besteht die Bewährungsprobe darin, ob die Symbiose der Web-Reporter und den klassischen Medien hält und weiter ausgebaut werden kann. Fortsetzung folgt.