Sonntag, 8. Mai 2011

Das 3D-Dilemma - 3D bald tot?

Meine Eindrücke vom Kurzbesuch auf der #fmx2011 in Stuttgart waren in diesem Jahr geprägt von drei Überschriften: Politik, Digitalisierung und 3D.

1. Politik
"It's all about politics!" - diesen Eindruck vermittelte Jeffrey A. Okun in seinem Talk sehr deutlich. Das Management der kreativen Entscheidungsfindung zwischen den ganzen Entscheidungsfindungsebenen kann sehr viel Zeit, Kraft und Budget auffressen. Er erzählte, dass in jeder Hollywood-Produktion diese "political dilemmas" auftauchen: "Nothing goes ideal - challenges everywhere!". Im Optimalfall nutzen die ganzen Schikanen dem fertigen Film. Dass sei dann der Fall, wenn jedes Mitglied, sich als Teil einer Problem-Lösungs-Crew sehen würde.

2. Digitalisierung
Mancher US-Regisseur wundert sich, dass immer mehr "Kinder mit Laptops auf dem Set rumlaufen!" - diese sind nötig, da der Produktionsablauf (fast) komplett digital geworden ist und somit das Arbeiten am Set sich rasant verändert hat. Als Nächstes steht nun die "Cloud" im Fokus, d.h. es lässt sich Infrastruktur "on-demand" hinzubuchen, weltweit besser Kooperieren und ein mobiles Arbeiten am Set - z.B. via iPad - wird so ermöglicht. Die ganze Entwicklung begleitet die "The Previsualization Society - Previs Society" - sie berät die großen Studios bei den anstehenden Entwicklungen.

3. Das 3D-Dilemma
In einem Vortrag wurde Walter Murch zitiert, der sinngemäß gesagt haben soll: "3D ist bald wieder tot, da niemand die Technik beherrscht." Recht hat er: Bei einigen 3D-Einspielungen in Stuttgart war der Umgang mit der Technik nicht immer sehr souverän. Einzelne Ingenieure verdeutlichten mit Schaubildern und Grafiken das theoretische Funktionieren von "Stereoskopie" - schon beim Augenabstand jedes einzelnen Menschen kommt jedoch eine unkalkulierbare Konstante ins Spiel (über die Probleme in den Kinos werde ich nicht erneut eingehen!). Somit bleibt 3D eine theoretisch mögliche Projektionstechnik. Ob sie dieses Kinojahr im großen Stil überlebt - wir werden sehen!

Was nehme ich mit? Bei allen technischen Neuerungen und Möglichkeiten waren sich Alle sicher: Die Story ist das wichtigste Element in jedem Film. Auch, wenn neue Orte besucht werden können, bleibt die Drehbuchentwicklung wichtigster Baustein im ganzen Produktionsprozesses. Dem stimme ich zu!

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