Freitag, 22. April 2011

"Visueller Datenjournalismus" (Christina Elmer) - re:publica XI

Was es für digitale Nischen-Jobs gibt, erfuhr ich beim Vortrag von Christina Elmer zum Thema "Wie Journalisten Daten finden und sicher nutzen". Anbei einige Einblicke in das Leben einer "Visuellen Datenjournalistin".

Anhand einer Visualisierung von Datensätzen kann man der Trockenheit von Statistik entgegenwirken und die Datensätze journalistisch nutzen. Die klassischen Stabdiagramme an den Wahlabenden inkl. Sitzverteilungen in den Parlamenten sind hier nur die Spitze des journalistischen Eisbergs.

Vielmehr geht es darum durch Übersichtskarten, z.B. Kriminalstatistik in Landkreises, eine rasche visuelle Übersicht zu generieren. Schließlich lassen sich anhand der Daten Geschichten entdecken, die journalistisch aufgearbeitet werden können.

Wie geht man dabei vor?
  1. Der erste Schritt ist die Beschaffung und das Aufspüren von Daten. Um die Daten weiterverarbeiten zu können, müssen sie meist gescrapt, gescannt oder/und konvertiert werden. Je nach Datenquelle könnte es auch ein per-Hand-eingeben werden,
  2. Datenquellen können Tabellen und Datenbanken sein, die man via Google sucht (listen or tabellen or datenbanken, formate filetype:xls / pdf / mdb) oder via direktem Kontakt von Behörden, Ämtern oder NGOs erhält. Beim Kontakt mit den Datenlieferanten sollte man die in der jeweiligen Branche gängigen Termini und Amtscodes kennen und verwenden,
  3. die Informationsfreiheitsgesetze, die in fast allen Bundesländern gelten (mins fünf), regelt die Weitergabe der Daten durch die Behörden und Ämter - theoretisch! Überregionale Webdienste sind: regionalstatistik.de und die Website des statistischen Bundesamts,
  4. mit Hilfe von Excel (Tabellenkalkulation) oder Gephi (Netzwerk-Darstellung) kann schließlich die Geschichte der Daten offenbart und weiter recherchiert werden.
Mit zwei Beispielen beendete Christina Elmer ihren Vortrag: Die Belegungsquote in deutschen Gefängnissen (nach Bundesländer sortiert) und die prozentuale Verteilung der Teilnehmenden des Berlin-Marathons nach Landkreisen.

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