Freitag, 22. April 2011

"Facebook Revolution" (Zahi Alawi) - re:publica XI

Die ganze Welt schielte mit einem Auge immer wieder nach Nord-Afrika und Nahost und verfolgt dort den Prozess des politischen Wandels und den Einfluss von facebook & Co. Der Journalist Zahi Alawi teilte mit uns seine Eindrücke.

IRAN
  • Erste Blogger/innen wurden in Iran nicht als gefährlich durch das damalige Regime angesehen,
  • online sind im Iran diejenigen, die sich das Web finanziell leisten können. Somit gehören die Meinungsmacher/innen in Arabien zur Schicht der Studierten und Gebildeten.
TUNESIEN
  • Wo alles begann! Und zwar so: Ein arbeitsloser Tunesier wollte, um Geld zu verdienen, auf einem belebten Platz Gemüse von einem kleinen Wagen aus verkaufen. Die tunesische Polizei verbot ihm dies. Der Mann sah keine Hoffnung mehr seine Familie ernähren zu können und verbrannte sich öffentlich. - Dies war der Impuls, der das Fass zum überlaufen brachte und die Welle lostrat,
  • das Internet wurde ein Fenster zur Meinungsäußerung, ein Ort zum Organisieren und zum Transportieren der Revolution,
  • der Weg hin zur Demokratie ist ein langer Prozess und dauert nach der Einschätzung von Zahi Alawi sicher eine Generation.
SYRIEN
  • In Syrien ist z.Zt. eine Revolution (fast) ohne Internet im Gange.
LIBYEN
  • Hier wurde vom Westen der falsche Weg eingeschlagen - ein zweites Irak droht. In einer "Digitalen Revolution" sollte es die Bevölkerung von alleine schaffen. Die Libyer wissen selbst, was sie brauchen und was sie wollen.
Sein Fazit: Facebook und Co. haben den politischen Prozess beschleunigt. Sie sind aber nicht der Grund für die Revolution.

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