Freitag, 22. April 2011

"Zeigen Sie den Anderen das Licht" (Gunter Dueck) - re:publica XI

Der Höhepunkt der "re:publica XI" - Gunter Dueck spricht es aus: Wir stehen in Deutschland vor großen Herausforderungen - mit dem "Internet als Gesellschaftsbetriebssystem"! Erst anschauen, dann weiterlesen:



Ich möchte auf folgende Aspekte seines Vortrags eingehen:

Die Theorie mit dem Menschenbild X und dem Menschenbild Y hat mich sehr überrascht. Ja - wir sind in Deutschland eine vom Menschenbild X geprägte Gesellschaft. Das war nicht immer so! In der Nachkriegszeit galt es viel aufzubauen - hier wurde viel Energie in den Aufbau unserer Gesellschaft investiert. Warum hat das nachgelassen? Viel wichtiger: Was muss getan werden, um wieder zurückzusteuern?

Der mentale Wille zur Professionalität vermisse ich sehr stark in meinem persönlichen Umfeld. Professionalität im Sinne von: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Teamfähigkeit, Menschen überzeugen und führen können, der Wille zur Vernetzung und seine Fähigkeiten zu optimieren. Mein Eindruck ist, dass bei der Arbeit sehr viel auf eigene Bequemlichkeit und nicht Kundenzufriedenheit als höchstes professionelles Ziel geachtet wird. Das schadet nicht nur dem Qualitätssiegel "Made in Germany", sondern manifestiert das Menschenbild X mehr und mehr!

Und somit stellt sich für Existenzgründer/innen die Frage aller Fragen: Bleibt mein Beruf, meine Dienstleistung nach der Reorganisation der Arbeit noch übrig? Professionalität setzt genau hier an: Ich muss im Rahmen eines stetigen Prozesses verstehen wollen, was meine Kunden wollen. Und die Nachfrage muss ich dann wirklich bedienen "können" und nicht mehr nur theoretisch wissen. Denn: "Was können Sie einem Menschen noch beibringen, der zwei Stunden gesurft hat?"

Die Aufforderung, meine Mitmenschen in Platons Höhle das Licht zu zeigen und nicht weiter ins Licht zu gehen ("nicht 3.0!"), werde ich mir zu Herzen nehmen! Ich werde weiterhin in Workshops den "normalen" Menschen das Web 2.0 nahebringen - mit meinem eigenen professionellen Anspruch, in den Workshops die Sprache der "Normalen" zu sprechen. Vielleicht ist das meine Möglichkeit, den Prozess der "Willensbildung" zu fördern?

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