Sonntag, 2. Januar 2011

Gedanken zu "Wirtschaftsförderung in Weinheim"

Weinheim muss sich neu finden - sollte zum kreativen Innovator der Region werden - die Firma „Freudenberg“ hat es im 19. Jahrhundert vorgemacht.

Im Zusammenwachsen der Metropolregion Rhein-Neckar heißt es als Stadt bzw. Kommune, sich seiner Stärken bewusst zu werden und schließlich via Stadtmarketing - online wie offline - für die Stärken des Standorts zu werben. Somit sehe ich die Wirtschaftsförderung und die Stadtentwicklung mit dem Stadtmarketing der Stadt Weinheim als direkte Partner.

Eine von der EU geförderte Studie, die am 27. Mai 2010 unter Beteiligung von Geographen des Leibniz-Instituts für Länderkunde und der Ludwig-Maximilians-Universität München in Barcelona vorgestellt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass persönliche Netzwerke und Jobangebote bei den Standortentscheidungen kreativer Talente und Unternehmen eine wichtigere Rolle spielen als kulturelle Vielfalt, Toleranz und Offenheit.

Das Team der Studie hat für kreative und wissensintensive Branchen eine alternative Betrachtungsweise städtischer Förderpolitik herausgearbeitet, die vier Hauptkonzepte einschließt: historische Entwicklungspfade (pathways), spezifische Orte (places), persönliche Netzwerke (personal networks) und individuelle Besonderheiten (particularities). Im Gegensatz zu den drei „T“ – Talent, Technologie, Toleranz – des US-amerikanischen Regionalökonomen Richard Florida betont der vorgeschlagene theoretische Ansatz die Unterschiede zwischen Städten.

Wenn man Richard Florida nicht links liegen lässt, sondern in seine Gedankenmodelle mit einfließen lässt, wird es für die Zukunft Weinheims wichtig sein, nicht nur auf den Faktor „Unternehmen“ zu setzen, sondern ebenfalls in Menschen zu investieren. Menschen, die etwas erfinden, die etwas voranbringen und der Stadt ein Image geben.

Somit müsste ein Gesamt-Konzept „Stadtentwicklung-Stadtmarketing-Wirtschaftsförderung“ erarbeitet werden, das die Unterschiede zu anderen Städten und Kommunen der Region en Detail herausarbeitet und eine Vision für Weinheim entwickelt. Im Anschluss lässt sich über eine Person beraten, z.B. ein Wirtschaftsförderer/ eine Wirtschaftsförderin, die Mithilfe des Konzepts seine/ ihre Arbeit aufnehmen könnte.

gez. Ulli Naefken

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