Samstag, 6. November 2010

3D-Hype ohne Kinos ?

Was bleibt bei mir hängen vom "3D-Cinema-Workshop" im Münchner ARRI-Kino?

Drehen, Post-Produktion und Home Entertainment inkl. YouTube in 3D - alles (fast) kein Problem. Nur bei den eigentlichen Kathedralen der Filmindustrie - den Kinos - scheint es nicht ganz rund zu laufen.

Sollte sich das Weihnachtsgeschäft in Sachen 3D für Media Markt & Co. so entwickeln wie es erhofft wird, werden Anfang 2011 mehr "Displays" in deutschen Haushalten stehen, als es 3D-fähige Kinos (deutschlandweit ca. 400) gibt.

Und bei den Kinos, die es gibt, wurde uns im Rahmen des Workshops folgende Mängelliste präsentiert:
  • Die Projektoren sind teilweise falsch justiert und zu lichtschwach. In Kombination mit der falschen Leinwand kann es zu einem enormen Qualitätsabfall kommen,
  • die Architektur einiger Kinos lässt 3D gar nicht zu. Es kommt somit nur auf einigen wenigen Sitzplätzen das optimale 3D-Feeling auf. Das Resultat: Kopfschmerzen bei den Betrachtern auf den sub-optimalen Sitzplätzen,
  • es gibt kein einheitliches Brillenformat und - vor allem - keine Brillen für das junge Publikum ab 10 Jahre,
  • es kommt vor, dass die Brille und der Projektor nicht kalibriert sind und somit es zu einer falschen Farbwiedergabe kommen kann.
Die Gefahr, dass der gefundene Mehrwert von Kinobetreibern auf's Spiel gesetzt wird, ist nicht von der Hand zu weisen. Deutsche Filmproduzenten begeben sich somit auf dünnes Eis, wenn das Einspielergebnis in Abhängigkeit von "Nicht-beherrschen-von-Technik" steht.

Ich für meinen Teil werde mich auf "YouTube 3D" stürzen. Das Risiko ist für mich und meine Kunden akzeptabel und vor allem finanzierbar. Und der Zuschauer sitzt an seinem Rechner in optimaler 3D-Position - in der Mitte und in der ersten Reihe!

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